Aktuelle Informationen

Offen, grün, barrierefrei

So wird die Pfarrkirche St. Johannes in Dingolfing neugestaltet

Sonntag, 14. August 2022

Redaktion Dingolfing

Haben sich ein Bild gemacht: die einzelnen Teams sowie die Ehrengäste.

(Quelle: Wimmer) 

 

Sie prägt den Stadtkern Dingolfings wie keine andere: die Pfarrkirche St. Johannes. Der spätgotische Bau wurde zuletzt in den Jahren 2017 bis 2019 außensaniert. Die Folge: Die umliegenden Freiflächen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit einer umfangreichen Freiflächengestaltung soll bis Ende des Jahres Zugang und Optik des Hofs modernisiert und ausgebaut werden. Um über den Fortgang zu informieren, haben die Bauherren der Katholischen Kirchenstiftung St. Johannes sowie die Stadt Dingolfing am Donnerstag zu einem Überblick auf die Baustelle eingeladen.

Kirchenpfleger Hans Schmidt begrüßte die Erschienenen zwischen den aktuell ausgehobenen archäologischen Befundstellen und bedankte sich vor allem bei der Stadt, "ohne deren Bereitschaft diese Maßnahme nicht möglich gewesen wäre." Die Gesamtkosten belaufen sich auf vorläufig 920.000 Euro. Dank der städtischen Mithilfe könne man Mittel aus dem Bund/Länderprogramm der Städtebauförderung erschließen. Der Eigenanteil der Kirchenstiftung liege bei den gesetzlich vorgeschriebenen 15 Prozent, was wiederum circa 138.000 Euro entspreche.

Der abgesperrte Kirchhof.

(Quelle: Wimmer) 

 

Die Diözese Regensburg unterstütze diesen Eigenanteil mit 50 Prozent aus Mitteln der Kirchensteuer.

 

Interessante Fundstücke

 

Konkret verfolge man als Zeitplan eine Fertigstellung zur Adventszeit 2022. Allerdings könnten die derzeit laufenden Archäologischen Grabungen im Kirchhof diese Deadline nach hinten schieben. Beginnend im Juli, habe man trotz großem historischen Vorwissen zahlreiche neue Erkenntnisse auf geschichtlicher Seite anhand der Grabungen erhalten, so Schmidt. Der 1803 aufgelöste Friedhof habe einige interessante Funde hervorgebracht.

Konkretes Ziel der Umbauaktion sei es, die Stadtpfarrkirche und ihren Hof in Zukunft für alle Bürger zugänglich zu machen. Dafür sollen in erster Linie die entstandenen Defizite aus der vorangegangenen Außensanierung behoben werden. Bisher war der Platz uneben und stellenweise stark verdichtet, was zu einer unregelmäßigen Versickerung des Regenwassers führte. Weiterhin sei der Platz nicht barrierefrei - Menschen mit Rollator oder Rollstuhl konnten sich bislang nur erschwert Zutritt über den öffentlichen Raum der Kirchengasse verschaffen. Zukünftig soll großförmiger Granitstein für mehr Barrierefreiheit am Südportal sorgen.

Ein weiteres Highlight: Es werden WC-Anlagen in der alten Pfarrremise errichtet. Diese sind nicht nur barrierefrei, sondern beinhalten unter anderem auch einen kippbaren Wickeltisch. Kirchenbesuche, aber auch kirchliche Veranstaltungen, bieten somit eine zeitgemäße, sanitäre Sicherheit. Die Arbeiten hierzu haben bereits am 8. November 2021 begonnen, die Fertigstellung wird in dieser Woche folgen. Die Kosten der Sanitäranlage veranschlagen 140.000 Euro und werden großteilig von der Pfarrkirchenstiftung und der Diözese getragen. In diese Kosten nicht eingerechnet ist die notwendige Schädlingssanierung der Pfarrremise, die 55.000 Euro zur einwandfreien Wiederherstellung des Gebäudes veranschlagt. Die Stadt Dingolfing hat hier eine Förderung in Höhe von 20 Prozent in Aussicht gestellt.

Schädlingsbefall in der Pfarrremise.

(Quelle: Wimmer) 

 

 

Mehr grün, mehr Licht, mehr Atmosphäre

 

Deutlich gestärkt werden soll das grüne Umfeld der Kirche. Aus den zwei bekannten, stark angeschlagenen Bäumen werden acht neue. Ihre Besonderheit: Sie stellen keine Gefährdung für die Verkehrssicherheit dar und fügen sich hervorragend den urbanen Klimabedingungen der Stadt. Optisch sollen sie den platzartigen Charakter des Kirchhofs im Süden erweitern. Der Effekt: Die neue Grünordnung erhöht die Aufenthaltsqualität im Freibereich enorm. Ergänzt wird dies durch die eleganten Sitzgelegenheiten mit Holzauflagen, die um die Kirche angeordnet werden.

Als weitere atmosphärische Ergänzung gilt die neue Beleuchtungsanlage. Das Ziel: warme, freundliche und einladende Stimmung an südlicher und nördlicher Portalvorhalle. Die Treppenanlagen im Westen - vom Pfarrplatz bis zur Kirche - sowie im Nord-Osten - von der Kirchgasse bis zur Kirche - erhalten eine verkehrssichere Ausleuchtung anhand von LED-Schienen. Ölberg, Lourdesgrotte und das Missionskreuz sollen zukünftig lichttechnisch besonders hervorgehoben werden.

All diese Anpassungen sollen den Kirchhof laut Schmidt zu einer "ruhigen Zone der Besinnung" machen. "Dieser Raum soll adäquat für alle gestaltet werden. Er ist ein öffentlicher Raum und dient jedem", fuhr Schmidt fort. Bewusst soll er sich von der lauten, regen Stadt abgrenzen. "Wer hierher kommt, der soll einen angemessenen, meditativen Raum der Ruhe haben."

Stadtpfarrer Martin J. Martlreiter hängte sich den Wünschen Schmidts an. "Seelenheil ist ein tiefer, innerer Vorgang. Wir brauchen Ruhe an Orten wie diesen, damit wir unsere innere Mitte erhalten können." Diesen Auftrag habe die Stadtpfarrkirche bereits über Jahrhunderte erfüllt - und solle ihn auch in Zukunft weitertragen.

Die Kirchenstiftung konnte folgende Ehrengäste begrüßen: Zweite Bürgermeisterin Maria Huber, Stadtpfarrer Martin J. Martlreiter, Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl, die Leiterin der städtischen Kämmerei Sabrina Weikl sowie die Teams von mks Architekten-Ingenieure, ArcTron und Reger Bau GmbH & Co. KG.

Ein Stück Stadtgeschichte

56 Gräber in St. Johannes freigelegt

Freitag, 12. August 2022

Redaktion Dingolfing

... sowie die Seite, die einen Jüngling zeigt.

Eine mögliche Seuche, zahlreiche Tote, spannende Reliquien: Dingolfing braucht keinen Samstagabendkrimi - denn Dingolfing hat eine reiche, kulturgeschichtliche Vergangenheit - und die richtigen "Ermittler", die sich darum kümmern. In diesem Fall: das Kreisarchäologie-Team und ihre Grabungshelfer. Ihre neusten Entdeckungen wurden am Donnerstagvormittag auf dem Kirchhof St. Johannes präsentiert.

Grund für die Grabungen: Die geplante Freiflächengestaltung des Kirchhofs. Die Bevölkerung erwartet in Zukunft eine grüne, atmosphärische "Oase der Ruhe", wie es Kirchenpfleger Hans Schmid zusammenfasste. Damit der Umbau schnellstmöglichst (Ziel: Advent 2022) vollzogen werden kann, hat man die entsprechenden archäologischen Grabungen am 18. Juli offiziell gestartet. Unter Leitung des Kreisarchäologie-Teams kümmert sich die Regensburger Firma Arc-Tron unter Dr. Alexander Niederfeilner um die entsprechende Ausgrabung und Dokumentation.

 

Bilder zum Thema 

 

Kreisarchäologe Dr. Florian Eibl bezeichnet die Maßnahmen als Rettungsgrabung. Das bedeutet: Um nicht durch die geplanten Baumaßnahmen auf dem Kirchhof St. Johannes zerstört zu werden, müssen die vorhandenen archäologischen Überreste vor der möglichen Zerstörung "gerettet" werden. Hier ginge es also mehr um die Sicherung der Objekte als um das Forschungsinteresse. Dabei werde man die Grabungen nicht über zwei Meter Tiefe ansetzen - das sei technisch nicht notwendig. "Auch im Sinne der Totenruhe und Kosteneffizienz sind tieferliegende Grabungen nicht sinnvoll", so Eibl. Ginge man weiter, würde das die Stromleitung schädigen. Teile des tieferliegenden, mittelalterlichen Profils werden allerdings wohl oder übel bei Einlage der Kanalleitungen sichtbar werden.

 

Unerwartete Dimensionen

 

Bereits im Dezember 2020 haben die Vorbereitungen zur Grabung begonnen. Erste Profile wurden dokumentiert, das Niveau geplant. "Es war klar, dass wir was finden werden", erklärte Eibl, "aber solche Dimensionen haben wir nicht erwartet." Am ersten Tag habe man bereits nach 15 Minuten die erste Bestattung entdeckt. Zunächst ging man von 20 Gräbern insgesamt aus - eine Schätzung, die sich schnell widerlegte. "Der aktuelle Stand ist bei 56 Gräbern, wir rechnen allerdings mit gut 100, die wir entdecken werden." Vier Lagen an Gräbern habe man im gegebenen Bereich entdeckt - Eibl bezeichnet sie als "die größte Serie an Barockbestattungen, die man bislang im Landkreis gefunden hat". Dabei handle es sich um einen bemäntelten Bereich, das heißt: Hier wurde das reiche Bürgertum beerdigt, beispielsweise Kämmerer oder Brauer. Die aktuelle Gestaltung lasse dabei nicht mehr erkennen, dass es sich um einen ehemaligen Friedhof handle - im Zuge des Seuchengesetzes im beginnenden 19. Jahrhundert wurde er nach und nach aufgelöst. "Die Kirchhöfe im 17./18. Jahrhundert haben dabei ganz anders ausgesehen wie die heutigen- sie waren nicht gestaltet und hatten ganz simple Grabplatten", so Eibl. Erst später, zu Zeiten der Aufklärung, habe man die heute bekannte "Ordnung" und Dekoration eingeführt.

 

Sprechende Gräber und Gottvertrauen

 

Dr. Alexander Niederfeilner führte durch die einzelnen Fundstellen. "Im letzten Horizont aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts haben wir Mehrfachbestattungen entdeckt. In dieser Grube hier" - Niederfeilner deutete auf eine Aushebung nahe der Schusterkapelle - "haben wir zwei Erwachsene und sieben Kinder, vom Kleinkind bis etwa sieben, acht Jahren, gefunden." Dies könne auf eine Epidemie hindeuten - müsse aber mit historischen Fakten und anthropologischen Untersuchungen belegt werden.

"Vor allem anthropologisch ist das sehr interessant - ein DNA-Abgleich könnte die Annahme, dass die Personen miteinander verwandt sind, bestätigen." Ein weiteres aufgelegtes Grab, zwei aneinanderliegende Skelette. Eins den Kopf nach Osten, das andere den Kopf nach Westen. "Das deutet auf eine Besonderheit hin. Normal wurden nur Würdenträger mit dem Blick nach Westen beerdigt, um sie von den 'herkömmlichen' Toten zu unterscheiden", erklärte Niederfeilner. Eine weitere, makabere Eigenart: Eines der Skelette ist mit einem Kinderskelett "verschmolzen". Es könne sich also auch hier um eine Familie, die gleichzeitig verstorben ist, handeln.

"Der Verdacht einer Epidemie oder einer Seuche verschärft sich damit." Erst genaue Analysen können dies, wie bereits erwähnt, bezeugen. Jedes einzelne Grab erzähle seine eigene Geschichte, so Niederfeilner - "es ist spannend, letztendlich dann herauszufinden, was wirklich passiert ist". Eins haben laut Niederfeilner alle Gräber gemeinsam: Starke Gläubigkeit und Gottvertrauen. Die Art der Bestattung und Fundstücksammlung ließe dies erkennen. So habe man etwa in einem weiteren Grab das Skelett eines Jugendlichen mit verkrümmter Wirbelsäule entdeckt. Bei ihm eine Wallfahrtsmedaille. Ein direkter Rückschluss: Es handelte sich um einen Pilger, der sich hier Seelenheil erhoffte.

Alles in allem sei man stolz über die Größe der Entdeckung und zeigte einzelne Fundstücke, darunter Totenkopf-Knöpfe, christliche Anhänger und auch Wechselkopf-Anhänger, welche eine Gestalt mit den Köpfen eines Jünglings und des Todes zeigte. "Die Datenmenge, die wir aus diesen Grabungen erzielen, erweitert nicht nur unser Datenarchiv und die Stadtgeschichte", so Eibl abschließend, "sondern sie zeigt auch, wie es dem Bürgertum im 18. Jahrhundert ging - etwa anhand ihrer Ernährung."

Über die genauen baulichen Veränderungen in St. Johannes berichtet die Montagsausgabe des Dingolfinger Anzeiger.

"Man darf sich nicht so wichtig nehmen"

Dingolfinger Pfarrgemeinderatssprecher im Interview

Freitag, 12 August 2022

 

Autor: Andy Forster    Redaktion Dingolfing

Redakteur Andy Forster traf sich mit dem Pfarrgemeinderatssprecher Valentin Walk für ein Sommerinterview in der Stadtpfarrkirche St. Johannes.

(Quelle: af) 

 

Der Pfarrgemeinderat ist ein Gremium in einer Pfarrgemeinde, das sich aus gewählten, berufenen und amtlichen Mitgliedern zusammensetzt. Zu den amtlichen Mitgliedern gehört der zuständige Pfarrer, die anderen Pfarrgeistlichen und die pastoralen Mitarbeiter. Dies war nur ein kurzer Exkurs, denn weitaus spannender ist in der Stadtpfarrkirche St. Johannes die Tatsache, dass mit Valentin Walk einer der jüngsten Pfarrgemeinderatssprecher in ganz Bayern diesem Amt vorsteht. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der Dritte Bürgermeister, wieso er dieses Amt ausführt. Zudem äußert er sich zu Themen wie Missbrauchsskandale, den Stellenwert der Kirche, homosexuelle Hochzeiten und wichtige künftige Projekte in der Kirche St. Johannes.

Dritter Bürgermeister, Kreisrat und Pfarrgemeinderatssprecher: Valentin Walk.

(Quelle: eiglsperger) 

 

Herr Walk, Sie sind 25 Jahre jung und Dritter Bürgermeister. Nun sind Sie kürzlich zum Pfarrgemeinderatssprecher gewählt worden. Ist es Ihnen langweilig?

Valentin Walk: Ganz ehrlich: Nein. Mir bereiten diese Aufgaben einfach viel Freude. In beiden Ämtern kann man viel bewirken für die Gesellschaft und für die Menschen die darin leben. Und ich bin mir sicher, dass wir als aktive Pfarrgemeinde auch für die Gesellschaft im Ganzen einen wichtigen Beitrag leisten. Auch wenn das vielleicht manchmal nicht wahrgenommen wird.

Weggefährten in der Stadt und auch Kirche beschreiben Sie als angenehmen und zurückhaltenden Menschen. Werden Sie in dieser besonnenen Art auch dieses sehr wichtige Amt angehen?

Walk: Natürlich freue ich mich, wenn ich mit diesen Attributen beschrieben werde. Bei der Ausübung dieses Amtes sind diese Eigenschaften auf jeden Fall hilfreich. Ich versuche diese dann auch mit einer gesunden Portion Durchsetzungsfähigkeit und Humor zu kombinieren. Was ich bisher in jedem Amt gelernt habe: Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Und, ich bin nur der Sprecher dieses Gremiums. Diesem steht letzten Endes Monsignore Martin Martlreiter vor. Es besteht aus insgesamt 14 Personen, die sich alle mit ihren eigenen Vorstellungen und Ideen einbringen.

Apropos Besonnenheit: Die Kirche steht momentan massiv in der Kritik. Missbrauchsskandale häufen sich und viele Gläubige wenden sich von der Kirche ab. Verstehen Sie das?

Walk: Bei diesem Thema ist Besonnenheit besonders wichtig. Da haben Sie durchaus recht. Missbrauch und im speziellen Kindesmissbrauch ist grundsätzlich ein Riesenskandal, eine Abartigkeit und wirklich mit aller Härte zu kritisieren und zu bestrafen. Bei einer Institution, wie der katholischen Kirche, ist dies natürlich noch heftiger. Bei den Fällen handelt es sich auch um Vorfälle weit aus der Vergangenheit, die erst jetzt öffentlich werden und aufgearbeitet werden. Ich bin froh, dass sich die Kirche in den letzten Jahren diesbezüglich bereits stark verändert hat. Bevor mir Relativierung oder Verharmlosung vorgeworfen wird: Ich fordere ebenfalls eine Aufarbeitung und, wenn noch möglich, auch rechtsstaatliche Verfahren für die Täter, aber auch Hilfe für die Opfer. Und dennoch ist es falsch, wenn wir heute unsere Priester und Geistlichen stigmatisieren. Ein Unrecht wird nicht deshalb geheilt, wenn man jetzt anderen Menschen ebenfalls Unrecht tut. Im Übrigen dürfen wir es uns auch als Gesellschaft nicht zu leicht machen und bei dem Thema sexueller Missbrauch nur auf die Kirchen deuten. Die meisten Missbrauchsfälle passieren außerhalb der Kirche. Leider überall, wo es Kinder gibt. Ich finde es gut, dass die katholische Kirche hier aber nicht auf andere deutet, sondern vor der eigenen Haustüre kehrt.

Viele Geistliche stehen einem Austritt vor allem deswegen kritisch gegenüber, weil die Kirche in den letzten Jahren aus ihrem starren Gebilde allmählich aufwacht. Es gibt queere Gottesdienste, manche Pfarrer würden homosexuelle Paare den Segen erteilen. Ist Dingolfing auch offen dafür?

Walk: Das sind theologische Fragen. Jetzt bin ich kein Theologe und maße mir auch nicht an, wie einer zu sprechen. Man kann diese Fragen auch nicht ohne Weiteres ausschließlich nach der Gesellschaft sowie nach dem jeweiligen Mainstream ausrichten und beantworten. Wir sind Teil einer Weltkirche und keine Regionalkirche in Mitteleuropa. Grundsätzlich kann aber jeder Mensch den Segen Gottes durch einen Pfarrer erhalten. Der Segen bedeutet, sehr umgangssprachlich ausgedrückt: "Schön, dass es dich gibt." Das gilt für jeden Menschen. Das Sakrament der Ehe im katholischen Glauben ist jedoch weitaus mehr als die Zivilehe als familienrechtlicher Vertrag zwischen zwei Menschen. Eine der fünf Säulen einer katholischen Ehe ist beispielsweise die bewusste Entscheidung für Kinder, die einem geschenkt werden, und dem Willen, sie im christlichen Glauben zu erziehen. Nun bin ich weder Theologe, noch Biologe aber stelle als Laie dennoch ein Konfliktpotenzial fest.

War dies auch Ihre Motivation für dieses Amt, live mit dabei zu sein, wenn die Veränderungen vonstatten gehen?

Hohe kunsthistorische Bedeutung: Die Kirche St. Leonhard in Oberdingolfing wird umfangreich saniert.

(Quelle: af) 

 

Walk: Nein. Meine Motivation war es, mit einer lebendigen und aktiven Pfarrei für die Gläubigen und alle Bürger der Stadt das gemeinsame Leben im christlichen Sinne zu erhalten und zu verbessern. Meine Motivation ist auch das wirklich tolle und vielseitige Team im Pfarrgemeinderat und den kirchlichen Vereinen wie dem Frauenbund, Kolping oder der KAB. Ohne diese Personen und Vereine wäre eine aktive Pfarrei nicht denkbar. Ich will auch den Fokus auf die so wertvolle seelsorgerische und gesellschaftliche Arbeit der Kirche hier in Dingolfing lenken. Ob das die Kinderbetreuung, die Jugendarbeit, die Erwachsenenarbeit oder viele andere Bereiche sind. Es gibt leider viele Mitbürger, die davon nichts hören wollen. Es gehört trotzdem dazu. Die Kirchenbauten, viele davon von kunsthistorisch großem Wert, wären ohne die Kirchenstiftungen nicht zu erhalten.

Doch nicht nur Veränderungen sind wichtig. Vielmehr muss die Kirche doch auch entschlossener darauf hinweisen, was passiert, wenn Sie sich weiter verkleinert. Es wird doch auch sehr viel Gutes getan.

Walk: Als ehemaliger Nutznießer ist es mir ein Anliegen auf die höchst professionelle und hervorragende Jugendarbeit in der Pfarrei hinzuweisen. Die Pfarrei leistet bei der Kinderbetreuung einen unverzichtbaren Beitrag für die ganze Gesellschaft. Von insgesamt neun Kitas und einem Kinderhort in Dingolfing, sind vier Kitas und der Kinderhort in kirchlicher Trägerschaft. Die Jugendarbeit bei den Lektorinnen und Ministranten ist hervorragend.

Zurück zur Pfarrei St. Johannes: Wie läuft generell die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer Martin J. Martlreiter?

Walk: Die Zusammenarbeit mit Monsignore Martin Martlreiter ist freundschaftlich, vertrauensvoll, sachlich und respektvoll. Ich habe viele Jahre als Ministrant am Altar gedient, durfte an wunderschönen Ministranten-Ausfahrten mit der Pfarrjugend teilnehmen und darf nun seit vielen Jahren im Pfarrgemeinderat mitarbeiten. Ich habe der Pfarrei und im Speziellen Herrn Monsignore Martlreiter viel zu verdanken. Neben vielen tollen Erfahrungen habe ich auch persönlich viel gelernt. Hinweisen möchte ich noch auf die gute Zusammenarbeit mit den beiden Kirchenpflegern Hans Schmid und Dr. Rupert Zach mit den jeweiligen Kirchenverwaltungen St. Johannes und Frauenbiburg.

Wie oft treffen Sie sich in den Gremien?

Valentin Walk: Der Pfarrgemeinderat trifft sich regelmäßig circa viermal im Jahr und zur Planung von Veranstaltungen jeglicher Art auch öfter.

Es ist in den letzten Jahren auch optisch viel passiert. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen standen an. Welche kurz- und mittelfristigen Projekte stehen auf der Agenda?

Valentin Walk: Momentan laufen die Umbauarbeiten der Freiflächengestaltung vor der Stadtpfarrkirche. Das nächste Großprojekt wird die Sanierung der Kirche St. Leonhard in Oberdingolfing sein. Es handelt sich dabei wieder um eine kostenintensive Maßnahme, aber allein mit Geld kann nichts renoviert werden. Es braucht viele ehrenamtlichen Helfer und Verwalter. An dieser Stelle sind die ehemaligen und aktuellen Kirchenpfleger wirklich herauszustellen. Sie sind, zusammen mit den ebenfalls gewählten Kirchenverwaltungsmitgliedern, federführend mit diesen Baumaßnahmen befasst. Es gebührt ihnen ein großes Dankeschön. Wie viele Stunden Arbeit hier einfließen, ist wirklich unvorstellbar.

Türen öffnen sich

Eine der schönsten Kapellen im Stadtgebiet, die Geißlung Christi Kapelle, war über längere Zeit für den interessierten Besucher unzugänglich. Dies soll sich jetzt ändern. Die Schwestern des Klosters St. Klara haben sich bereit erklärt, das Kirchlein an den Werktagen von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr und an den Sonn- und Feiertagen von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu öffnen. Ein stilles Gebet, ein kurzes besinnliches Verweilen ist somit den Menschen wieder möglich. Natürlich kann die Kirche auch von den kunstinteressierten Bürgerinnen und Bürgern und Besuchern der Stadt besichtigt werden. 


Stadtpfarrer Msgr. Martin J. Martlreiter und Schwester Maximiliana öffnen die Türen zur Geißlung Christi Kapelle

Die Geißlung Christi Kapelle wurde im Jahr 1753 vom Dingolfinger Stadtmaurermeister Johann Matthias Weigenthaler im Auftrag der Allerseelenbruderschaft, unterstützt durch zahlreiche Gönner und Spender, errichtet. Bereits früher befand sich an der Stelle eine gemauerte Figur des Geißelheilands. Weihbischof Johann Franz Sigmund Freiherr von Stinglheim (vorher von 1725 bis 1728 Stadtpfarrer in St. Johannes Dingolfing) übernahm am 11. November 1756 die feierliche Konsekration der Kirche und des Altares.  Die Kirche ist nicht wie üblich „geostet“, sondern nach Westen ausgerichtet. Die Figur des „Wiesheilands“, umrahmt von den hll. Justina und Anastasia aus der Hand des Teisbacher Bildhauers Joseph Fischer, dominieren den vom Dingolfinger Schreinermeister Peter Eiselin geschaffenen Altar. Rokoko Stuckaturen mit Muschel- und Gitterwerk um die Fenster und Pilaster schaffen einen sehenswerten Raumeindruck.

Unser herzlicher Dank gilt den Schwestern des Klosters St. Klara für die Bereitschaft, dieses Kleinod wieder für das Gebet und die Besichtigung zugänglich zu machen.

Information Baubeginn

Liebe Pfarreiangehörige,

 

die Kirchenverwaltung möchte Sie wieder einmal über den aktuellen Stand unserer Baumaßnahmen informieren. 

 

Wie Sie beim Besuch der Pfarrkirche sehen, haben die Bauarbeiten für die Neugestaltung der Freifläche um St. Johannes begonnen. Barrierefrei und behindertengerecht, großzügig, zeitgerechte Grüngestaltung und eine verbesserte Aufenthaltsqualität sind die Ziele dieser Maßnahme. 

 

Aber leider gibt es keine Baustelle ohne gleichzeitige Behinderungen. Wir dürfen Sie daher in den kommenden Monaten um sehr viel Verständnis bitten. Der behindertengerechte Eingang am Südportal wird soweit irgend möglich benutzbar sein. Die Treppenanlagen vom Pfarrplatz zum Turm und von der Kirchgasse an die Nordseite werden neu verlegt.

 

Begleitet wird die gesamte Maßnahme von Grabungen der Kreisarchäologie. Es sind aber gerade auch diese Grabungen, die bei unerwarteten Funden auch zu Verzögerungen des Bauablaufs führen werden. Insgesamt ist aber geplant, die Neugestaltung bis zum Kirta abzuschließen und dann im November noch die acht neuen Bäume zu pflanzen und die vorgesehenen Pflanzbeete anzulegen. 

 

Wir hoffen, dass dieser Zeitplan umgesetzt werden kann.

 

Deutlich hinter dem Zeitplan sind wir mit dem Einbau der WC-Anlage. Der Holzwurm und die unerwarteten Schwierigkeiten bei der Suche nach Firmen zur Ausführung der Arbeiten haben unsere Vorstellungen zur Fertigstellung erheblich konterkariert. Die Arbeiten zur Wurmbeseitigung laufen jetzt auch für den zweiten Teil der Pfarrremise und sollten im August fertig werden. Bis dahin sind wir hoffentlich dann auch mit der WC-Anlage deutlich weiter und können einen Termin für die Fertigstellung nennen. Immerhin haben wir nach langer Suche einen Fliesenleger gefunden, der in diesen Tagen seine Arbeit aufnehmen will.

 

Erlauben Sie uns noch ein paar Zahlen zu nennen, um der nebulösen und tendenziösen Berichterstattung im DA Fakten entgegen zu stellen. Seit der Installation unseres Stadtpfarrers Msgr. Martin J. Martlreiter hat die Kirchenstiftung St. Johannes 5.306.138 € in den Erhalt der stadtbildprägenden Sehenswürdigkeiten Dingolfings investiert. Dazu haben wir von der Diözese aus Mitteln der Kirchensteuer 2.250.850 € und von der Stadt Dingolfing 763.708 € erhalten.  Gleichzeitig hat uns die Diözese Kirchensteuermittel für den laufenden Betrieb und Unterhalt insgesamt 2.058.950 € zur Verfügung gestellt. Über den Haushalt der Diözese und deren Mittelverwendung kann man sich (wenn man will) auf der Homepage des Bistums Regensburg informieren. Über die Kirchenrechnung der Kirchenstiftung St. Johannes legt die Kirchenverwaltung jährlich Rechenschaft ab. Der Rechenschaftsbericht des Kirchenpflegers, die Kirchenrechnung und der Haushalt liegen jedes Jahr für zwei Wochen zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Alles transparent, alles offen, alles nachvollziehbar. 

 

Die derzeit laufenden Maßnahmen sind in den oben genannten Zahlen noch nicht berücksichtigt. Nach Fertigstellung wird auch darüber offen Bericht erstattet. Dabei sind wir der Stadt Dingolfing sehr dankbar für die durchaus großzügige Förderung. Aber: wir leisten auch sehr viel. So erhalten wir mit unseren Investitionen die Mehrzahl der städtischen Sehenswürdigkeiten, finanzieren und leiten den Betrieb von vier werteorientiert arbeitenden Kindertagesstätten, betreiben mit unseren Lektorinnen und Ministranten eine wichtige Jugendarbeit und freuen uns, in unserer Pfarrei eine lebendige und christliche Gemeinschaft zu bilden. 

 

Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass alle Vereine in Dingolfing, diese großzügige Förderung der Stadt erhalten, die natürlich aber auch vor dem Hintergrund der überragenden Finanzausstattung der Stadt zu sehen ist. Grundsatzdiskussionen über diese Förderung, bisher immer angestoßen von Mitgliedern der SPD-Stadtratsfraktion, gibt es regelmäßig nur bei Anträgen der Katholischen Kirchen. Warum? Auch zahlreiche Sportdachverbände sind finanziell gut ausgestattet. Wurde jemals bei Anträgen von Vereinen nach dem Finanzgebaren des DFB, der UEFA, des NOK oder anderer Dachverbände gefragt? Diese Dachverbände jedenfalls zeigen sich in Ihrem Finanzgebaren weit weniger transparent und offen als die Diözesen. Ich kann nur nochmals feststellen: die Maßnahmen der Kirchen prägen und erhalten unser aller Stadtbild jedenfalls deutlich mehr als es so manch andere Förderempfänger tun. Finanziert werden diese Leistungen weit überwiegend aus Mitteln der Kirchensteuer und der Pfarrkirchenstiftung St. Johannes, die auch die gesamte Arbeit dafür leistet. Durch die gewählten Mitglieder in der Kirchenverwaltung ausschließlich ehrenamtlich erbracht. Es macht wenig Spaß bei jedem Förderantrag von mehr oder weniger qualifizierten Kommentaren einzelner Stadträte lesen zu müssen. 

 

Informationen über die Planung der Freiflächengestaltung finden Sie auch auf unserer Homepage von St. Johannes unter www.st-johannes-dgf.jimdofree.com

 

Nachprimiz in St. Johannes

40-jähriges Priesterjubiläum

Primiz

Primiz von Hendrik Preuß    DA vom 28.06.2021

Bäume auf dem Kirchhof werden gefällt

Das Fällen von Bäumen ist wegen der Brutzeit der Vögel nur in der Zeit von Oktober bis Ende Februar erlaubt. Daher müssen in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Fledermausbeauftragten des Landkreises die zwei Bäume auf dem Kirchhof bis Ende Februar gefällt werden. Anders wären die geplanten und auf der Homepage der Pfarrei vorgestellten und erläuterten Maßnahmen in diesem Kalenderjahr nicht möglich. Anstelle der zwei bereits stark geschädigten Bäume werden im Zuge der Neugestaltung acht Bäume neu gepflanzt. Die Fällarbeiten werden in der letzten Februarwoche durchgeführt. Wir bitten in dieser Zeit beim Besuch der Kirche besonders vorsichtig zu sein.

Freiflächengestaltung um die Stadtpfarrkirche St. Johannes

 

Warum ist die Maßnahme erforderlich?

 

Nicht zuletzt durch die Außensanierung der Pfarrkirche in den Jahren 2017 bis 2019 wurde das Umfeld der Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Platz ist uneben und stellenweise stark verdichtet. Die Folge ist, dass Regenwasser nicht mehr ordentlich abläuft und versickert. Dazu kommen weitere Defizite des Platzes wie eine nicht mehr ausreichende und zeitgemäße Beleuchtung und vor allem die erschwerte Nutzbarkeit für Menschen, die auf Rollator und Rollstuhl angewiesen sind. Die Unebenheit führt zu Stolperschwellen. Mit der Außensanierung wurde ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen. Nun gilt es, diesen Zugang an den öffentlichen Raum der Kirchgasse anzuschließen.

 

Nicht erst durch diesen barrierefreien Zugang am Südportal bekommt der Raum vor dem Portal als Aufenthalts- und Kommunikationsfläche für Kirchenbesucher eine zunehmende Bedeutung. Durch die Form der jetzigen Grünfläche ist dieser Raum aber genau an der ungünstigsten Stelle, nämlich direkt vor dem Südportal, beengt und eingeschränkt. Die zwei früher vorhandenen Bäume haben an diesem Standort den Zenit ihrer Lebenszeit weit überschritten und hätten dringend von dürrem und krankem Bewuchs befreit werden müssen. Durch die Bauarbeiten wäre eine weitere Schwächung des Wurzelwerkes zu erwarten gewesen. Aufgrund dieser Situation hat sich die Kirchenverwaltung für die Beseitigung dieser alten Bäume und den Ersatz durch neue Bäume entschlossen.

 

Die aktuelle Gestaltung lässt nicht mehr erkennen, dass es sich um einen ehemaligen Friedhof handelt, der im Zuge der Seuchengesetze des beginnenden 19. Jahrhunderts nach und nach vollständig aufgelöst werden musste.

 

Im Umfeld der Kirche fehlt eine zeitgemäße WC-Anlage. Die Kirchenbesucher sind vor „Corona“ auf die Anlagen des Bürgerheims ausgewichen. Alle Generationen vermissen diese Einrichtung.

 

Ziele der Neugestaltung

 

Zunächst ist natürlich die Behebung der beschriebenen Defizite das wichtigste Ziel der Neugestaltung. Dabei ist die Aufgabenstellung an die Planer und die Kirchenverwaltung auch stark durch die Bedeutung des besonderen und auch historisch wertvollen Raumes geprägt und vorgegeben. Die Herstellung eines angemessenen und würdigen Freiraums, der seiner Bedeutung und Stellung innerhalb der historischen Stadtstruktur gerecht wird, ergibt sich daher sozusagen von selbst als übergeordnetes Ziel. Natürlich muss das Umfeld der Kirche geeignet sein, liturgischen und kirchlichen Anforderungen nicht nur gerecht zu werden, sondern diese auch zu unterstützen.

 

Dies geschieht insbesondere durch folgende Maßnahmen:

 

1. Raum

 

Die hohe räumliche Qualität des nahezu intakten Kirchhofes, soll zukünftig durch eine raumstrukturierende Bepflanzung unterstrichen werden. Hierzu werden die vorhandenen, schadhaften Baumaltbestände durch mehrere, stadtklimageeignete Baumpflanzungen ersetzt. Die Belagsflächen des Kirchhofes orientieren sich in wesentlichen Grundmerkmalen an den Gestaltungsmotiven der angrenzenden Stadträume, interpretieren diese aufgrund der besonderen Stellung innerhalb der Stadtstruktur jedoch anders. So wiederholt sich auch im Kirchhof die Verwendung von Granit als Belagsart, wechselt jedoch in der Dimension der Steinformate. Großformatige Platten schaffen im Kontrast zur lebendigen Backsteinstruktur der Sakralbauten eine zurückhaltende Basis und gewährleisten umfassend barrierefrei begehbare Flächen. Als umlaufender, im Belag ablesbarer Rahmen der Sockelzone, soll ein zweireihiger Granitkleisteinstreifen um die Kirchengebäude führen. Versprünge zwischen den Strebepfeilern werden als erkennbare Abstandsflächen zum Gotteshaus ebenfalls im kleinformatigen Pflaster belegt. Behutsame Anpassungen und Änderungen der Belagsflächenzuschnitte ergeben eine eindeutigere Differenzierung zwischen Transitbereichen und Platzflächen. So orientiert sich der östliche Wegeabschnitt am direkten Verlauf der Apsisaußenwand und ordnet sich den nördlichen und südlichen Hauptflächen unter.

 

Als zentraler, platzartiger Freiraum wird die vorgelagerte Südfläche von St. Johannes durch angrenzende Grünflächen gefasst. In südlicher Richtung wird die wirkungsvollste Grünfläche durch eine gestaltete Granitblockleiste umschlossen und zugleich topographisch als Sitzelement ausgebildet. Ein

weiterer Sitzbereich mit direktem Bezug zum Missionskreuz an der Südostfassade, bildet den westlichen Abschluss des Südplatzes. Die ihm angeschlossene Grünfläche gliedert den östlichen Kirchhof und bietet Raum für zukunftsfähige Baumpflanzungen. Im östlichen Übergang zur Kirchgasse ermöglichen Fahrradanlehnbügel ein geregeltes Abstellen von Fahrrädern.

 

Im Zuge der Neugestaltung sollen der nördliche und westliche Treppenaufgang saniert und angemessen beleuchtet werden. Die Wiederherstellung erfolgt unter Verwendung der vorhandenen Granitblockstufen. Der schadhafte Plattenbelag aus Jurakalkstein in der Westportalvorhalle soll analog dem Süd- und Nordportal erneuert und atmosphärisch beleuchtet werden.

 

Baubegleitend wird von der Kreisarchäologie gegraben und das Umfeld der Kirche untersucht. Vielleicht erhalten wir dadurch neue Erkenntnisse zur Geschichte dieses bedeutenden Raumes, in dem der karolingische Königshof und die Synode von Herzog Tassilo III im Jahr 770 verortet wird.

 

2. Barrierefreiheit

 

Der von der Kirchenverwaltung gerade wegen der Barrierefreiheit gewählte großformatige Granitstein schafft eine gut begehbare und nutzerfreundliche Fläche. Die Anbindung des bereits bestehenden barrierefreien Südeingangs an die Kirchgasse wird damit ebenso gelöst, wie die nutzerfreundliche Erschließung der neuen WC-Anlage in räumlicher Nähe zum Südportal. Dass diese WC-Anlage in sich barrierefrei erschlossen wird, versteht sich dabei von selbst.

 

3. Beleuchtung

 

Die Beleuchtung soll hinführen zur Kirche, warm, freundlich und einladend wirken. Die Stimmung der südlichen und nördlichen Portalvorhalle wird weitergeführt. Das Westportal wird diesen Eingangszonen angeglichen. Die Treppenanlagen im Westen (vom Pfarrplatz zur Kirche) und im Nord-Osten (von der Kirchgasse zu Kirche) erhalten die verkehrssichere Ausleuchtung durch eine im Handlauf eingearbeitete LED-Schiene. Der Bereich vor der nördlichen und südlichen Portalvorhalle wird durch ein, in die dort vorgesehene Sitzstufe eingearbeitetes Lichtband ausgeleuchtet. Der Ölberg, die Lourdesgrotte und das Missionskreuz werden auch lichttechnisch besonders herausgehoben, während unter den neuen Bäumen Bodenstrahler für stimmungsvolles Licht sorgen. Dort, wo aus Sicherheitsanforderungen heraus eine zusätzliche Beleuchtung notwendig wird, werden kleine Pollerleuchten diese Aufgabe übernehmen. Ergänzt wird das Beleuchtungskonzept im Bereich der Fahrradabstellbügel durch kleine Lichtbänder in den Bügeln.

4.  Grünordnung und Aufenthaltsqualität

 

Deutlich gestärkt wird das grüne Umfeld der Kirche. Aus zwei schon stark angeschlagenen Bäumen werden acht Bäume. Bäume, die keine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellen und Bäume, die den urbanen Klimabedingungen der Stadt angepasst werden. Dabei helfen die neu platzierten Bäume den Raum zu gliedern und besonders im Süden den platzartigen Charakter des Kirchhofes deutlicher werden zu lassen.

Schon durch diese neue Grünordnung erhöht sich die Aufenthaltsqualität im Freibereich um die Pfarrkirche enorm. Flankiert werden diese Bemühungen durch Sitzgelegenheiten, die um die Kirche angeordnet werden. Drei unterschiedlich lange Sitzleisten erfüllen diese Aufgabe. Die Sitzelemente werden teilweise mit Holzsitzauflagen versehen.

 

5. WC für Kirchenbesucher und kirchliche Veranstaltungen

Nicht erst Corona hat uns gezeigt, wie wichtig zeitgemäße und barrierefreie WC-Anlagen für die Besucher der Kirche und für alle kirchlichen Veranstaltungen rund um die Kirche sind. Die Veranstaltungen der Kindertagesstätten (z.B. St. Martin, St. Elisabeth) aber auch das Pfarrfest können da genannt werden. Über kurze Wege und selbstverständlich barrierefrei ist die WC-Anlage in der alten Pfarrremise von der Kirche aus erreichbar.

 

Natürlich gibt es einen (kippbaren) Wickeltisch, der für Mann und Frau zugänglich ist. Auch für unsere, auf den Rollstuhl angewiesenen Mitchristen, wird eine passende Toilette geschaffen. Im Putzraum wird die gesamte neue Elektroverteilung für die WC-Anlage aber auch für die gesamte Außenbeleuchtung und deren Steuerung untergebracht.

 

Kosten und Finanzierung

 

Die Gesamtkosten belaufen sich auf vorläufig 1.040.000 Euro. Davon entfallen 911.000 € auf die Neugestaltung des Kirchenumfelds incl. der Treppenanlagen und 129.000 € auf die WC-Anlage. Dank der Mithilfe der Stadt Dingolfing können wir für die neue Platzgestaltung Mittel aus dem Bund/Länderprogramm der Städtebauförderung erschließen. Bei der Kirchenstiftung verbleiben damit der vorgeschriebene Eigenanteil in Höhe von 15 % (aus 911.000 €) und die Kosten für die WC-Anlage, somit insgesamt 265.650 €. Die Diözese Regensburg unterstützt diesen Eigenanteil der Kirchenstiftung wiederum mit 50 %, sodass im Ergebnis von der Kirchenstiftung ein Aufwand in Höhe von knapp 133.000 € zu tragen ist.

 

Aus der Städtebauförderung erschließen wir einen Betrag von vorläufig 774.559 €, von denen die Stadt Dingolfing rund 385.000 € trägt. Damit unterstützt die Stadt Dingolfing die Bemühungen der Kirchenstiftung St. Johannes zur Erschließung überörtlicher Förderprogramme.

 

Zeitplan

 

Mittlerweile liegen uns alle Genehmigungen für die Maßnahmen vor. Es sind dies die Baugenehmigung für den Einbau der WC-Anlage, eine denkmalrechtliche Erlaubnis nach den Bayerischen Denkmalschutzgesetz und eine Erlaubnis der Bodendenkmalpflege für die notwendigen Grabungsarbeiten in diesem besonders bedeutenden Areal um die Pfarrkirche und die Förderbewilligung der Regierung von Niederbayern, der eine Bauvereinbarung mit der Stadt Dingolfing zugrunde liegt. Neben diesen staatlichen Genehmigungen haben wir nun auch die Genehmigung der Stiftungsaufsicht der Diözese Regensburg, die auch deren Förderzusage enthält.

 

Damit konnten jetzt auch belastbare Zeitpläne entwickelt werden, die auch bereits von der Kirchenverwaltung beschlossen sind. Die Arbeiten beginnen mit der WC-Anlage bereits am 8. November 2021. Bis Mitte Februar 2022 sollen die neuen Toiletten fertig gestellt werden. Die Freiflächengestaltung beginnt dann nach den großen Festen des kirchlichen Jahreskreises (Ostern, Pfingsten und Fronleichnam) ab dem 27. Juni 2022. So kann dann dieses Vorhaben mit der Neupflanzung der Bäume im Oktober 2022 abgeschlossen werden.

 

Wir freuen uns darauf!

Orgelsanierung

Am Montag, den 5. Oktober 2020 haben die Arbeiten an unserer wertvollen Orgel begonnen. Gut zwei Monate müssen wir auf die Begleitung der Gottesdienste durch die altehrwürdige Steinmeyer-Orgel verzichten. Der Staub der vergangenen Jahre muss beseitigt werden und Abnutzungserscheinungen der letzten Jahrzehnte sind zu reparieren. Ausführlich werden wir Sie demnächst durch eine kleine Plakatwand an der Baustellenabsperrung informieren. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird die Orgel wieder zur musikalischen Bereicherung unserer Gottesdienste beitragen können. Sicher sind wir auch, dass wir mit der Fa. Jann, Orgelbau, eine sehr erfahrene Fachfirma mit den Arbeiten beauftragen konnten. Rund 90.000 Euro wendet die Kirchenstiftung dafür insgesamt auf. Die Stadt Dingolfing und die Diözese Regensburg beteiligen sich an den zu erwartenden Kosten.