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Primiz

Primiz von Hendrik Preuß    DA vom 28.06.2021

Bäume auf dem Kirchhof werden gefällt

Das Fällen von Bäumen ist wegen der Brutzeit der Vögel nur in der Zeit von Oktober bis Ende Februar erlaubt. Daher müssen in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Fledermausbeauftragten des Landkreises die zwei Bäume auf dem Kirchhof bis Ende Februar gefällt werden. Anders wären die geplanten und auf der Homepage der Pfarrei vorgestellten und erläuterten Maßnahmen in diesem Kalenderjahr nicht möglich. Anstelle der zwei bereits stark geschädigten Bäume werden im Zuge der Neugestaltung acht Bäume neu gepflanzt. Die Fällarbeiten werden in der letzten Februarwoche durchgeführt. Wir bitten in dieser Zeit beim Besuch der Kirche besonders vorsichtig zu sein.

Freiflächengestaltung um die Stadtpfarrkirche St. Johannes

 

Warum ist die Maßnahme erforderlich?

 

Nicht zuletzt durch die Außensanierung der Pfarrkirche in den Jahren 2017 bis 2019 wurde das Umfeld der Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Platz ist uneben und stellenweise stark verdichtet. Die Folge ist, dass Regenwasser nicht mehr ordentlich abläuft und versickert. Dazu kommen weitere Defizite des Platzes wie eine nicht mehr ausreichende und zeitgemäße Beleuchtung und vor allem die erschwerte Nutzbarkeit für Menschen, die auf Rollator und Rollstuhl angewiesen sind. Die Unebenheit führt zu Stolperschwellen. Mit der Außensanierung wurde ein barrierefreier Zugang zur Kirche geschaffen. Nun gilt es, diesen Zugang an den öffentlichen Raum der Kirchgasse anzuschließen.

 

Nicht erst durch diesen barrierefreien Zugang am Südportal bekommt der Raum vor dem Portal als Aufenthalts- und Kommunikationsfläche für Kirchenbesucher eine zunehmende Bedeutung. Durch die Form der jetzigen Grünfläche ist dieser Raum aber genau an der ungünstigsten Stelle, nämlich direkt vor dem Südportal, beengt und eingeschränkt. Die zwei früher vorhandenen Bäume haben an diesem Standort den Zenit ihrer Lebenszeit weit überschritten und hätten dringend von dürrem und krankem Bewuchs befreit werden müssen. Durch die Bauarbeiten wäre eine weitere Schwächung des Wurzelwerkes zu erwarten gewesen. Aufgrund dieser Situation hat sich die Kirchenverwaltung für die Beseitigung dieser alten Bäume und den Ersatz durch neue Bäume entschlossen.

 

Die aktuelle Gestaltung lässt nicht mehr erkennen, dass es sich um einen ehemaligen Friedhof handelt, der im Zuge der Seuchengesetze des beginnenden 19. Jahrhunderts nach und nach vollständig aufgelöst werden musste.

 

Im Umfeld der Kirche fehlt eine zeitgemäße WC-Anlage. Die Kirchenbesucher sind vor „Corona“ auf die Anlagen des Bürgerheims ausgewichen. Alle Generationen vermissen diese Einrichtung.

 

Ziele der Neugestaltung

 

Zunächst ist natürlich die Behebung der beschriebenen Defizite das wichtigste Ziel der Neugestaltung. Dabei ist die Aufgabenstellung an die Planer und die Kirchenverwaltung auch stark durch die Bedeutung des besonderen und auch historisch wertvollen Raumes geprägt und vorgegeben. Die Herstellung eines angemessenen und würdigen Freiraums, der seiner Bedeutung und Stellung innerhalb der historischen Stadtstruktur gerecht wird, ergibt sich daher sozusagen von selbst als übergeordnetes Ziel. Natürlich muss das Umfeld der Kirche geeignet sein, liturgischen und kirchlichen Anforderungen nicht nur gerecht zu werden, sondern diese auch zu unterstützen.

 

Dies geschieht insbesondere durch folgende Maßnahmen:

 

1. Raum

 

Die hohe räumliche Qualität des nahezu intakten Kirchhofes, soll zukünftig durch eine raumstrukturierende Bepflanzung unterstrichen werden. Hierzu werden die vorhandenen, schadhaften Baumaltbestände durch mehrere, stadtklimageeignete Baumpflanzungen ersetzt. Die Belagsflächen des Kirchhofes orientieren sich in wesentlichen Grundmerkmalen an den Gestaltungsmotiven der angrenzenden Stadträume, interpretieren diese aufgrund der besonderen Stellung innerhalb der Stadtstruktur jedoch anders. So wiederholt sich auch im Kirchhof die Verwendung von Granit als Belagsart, wechselt jedoch in der Dimension der Steinformate. Großformatige Platten schaffen im Kontrast zur lebendigen Backsteinstruktur der Sakralbauten eine zurückhaltende Basis und gewährleisten umfassend barrierefrei begehbare Flächen. Als umlaufender, im Belag ablesbarer Rahmen der Sockelzone, soll ein zweireihiger Granitkleisteinstreifen um die Kirchengebäude führen. Versprünge zwischen den Strebepfeilern werden als erkennbare Abstandsflächen zum Gotteshaus ebenfalls im kleinformatigen Pflaster belegt. Behutsame Anpassungen und Änderungen der Belagsflächenzuschnitte ergeben eine eindeutigere Differenzierung zwischen Transitbereichen und Platzflächen. So orientiert sich der östliche Wegeabschnitt am direkten Verlauf der Apsisaußenwand und ordnet sich den nördlichen und südlichen Hauptflächen unter.

 

Als zentraler, platzartiger Freiraum wird die vorgelagerte Südfläche von St. Johannes durch angrenzende Grünflächen gefasst. In südlicher Richtung wird die wirkungsvollste Grünfläche durch eine gestaltete Granitblockleiste umschlossen und zugleich topographisch als Sitzelement ausgebildet. Ein

weiterer Sitzbereich mit direktem Bezug zum Missionskreuz an der Südostfassade, bildet den westlichen Abschluss des Südplatzes. Die ihm angeschlossene Grünfläche gliedert den östlichen Kirchhof und bietet Raum für zukunftsfähige Baumpflanzungen. Im östlichen Übergang zur Kirchgasse ermöglichen Fahrradanlehnbügel ein geregeltes Abstellen von Fahrrädern.

 

Im Zuge der Neugestaltung sollen der nördliche und westliche Treppenaufgang saniert und angemessen beleuchtet werden. Die Wiederherstellung erfolgt unter Verwendung der vorhandenen Granitblockstufen. Der schadhafte Plattenbelag aus Jurakalkstein in der Westportalvorhalle soll analog dem Süd- und Nordportal erneuert und atmosphärisch beleuchtet werden.

 

Baubegleitend wird von der Kreisarchäologie gegraben und das Umfeld der Kirche untersucht. Vielleicht erhalten wir dadurch neue Erkenntnisse zur Geschichte dieses bedeutenden Raumes, in dem der karolingische Königshof und die Synode von Herzog Tassilo III im Jahr 770 verortet wird.

 

2. Barrierefreiheit

 

Der von der Kirchenverwaltung gerade wegen der Barrierefreiheit gewählte großformatige Granitstein schafft eine gut begehbare und nutzerfreundliche Fläche. Die Anbindung des bereits bestehenden barrierefreien Südeingangs an die Kirchgasse wird damit ebenso gelöst, wie die nutzerfreundliche Erschließung der neuen WC-Anlage in räumlicher Nähe zum Südportal. Dass diese WC-Anlage in sich barrierefrei erschlossen wird, versteht sich dabei von selbst.

 

3. Beleuchtung

 

Die Beleuchtung soll hinführen zur Kirche, warm, freundlich und einladend wirken. Die Stimmung der südlichen und nördlichen Portalvorhalle wird weitergeführt. Das Westportal wird diesen Eingangszonen angeglichen. Die Treppenanlagen im Westen (vom Pfarrplatz zur Kirche) und im Nord-Osten (von der Kirchgasse zu Kirche) erhalten die verkehrssichere Ausleuchtung durch eine im Handlauf eingearbeitete LED-Schiene. Der Bereich vor der nördlichen und südlichen Portalvorhalle wird durch ein, in die dort vorgesehene Sitzstufe eingearbeitetes Lichtband ausgeleuchtet. Der Ölberg, die Lourdesgrotte und das Missionskreuz werden auch lichttechnisch besonders herausgehoben, während unter den neuen Bäumen Bodenstrahler für stimmungsvolles Licht sorgen. Dort, wo aus Sicherheitsanforderungen heraus eine zusätzliche Beleuchtung notwendig wird, werden kleine Pollerleuchten diese Aufgabe übernehmen. Ergänzt wird das Beleuchtungskonzept im Bereich der Fahrradabstellbügel durch kleine Lichtbänder in den Bügeln.

4.  Grünordnung und Aufenthaltsqualität

 

Deutlich gestärkt wird das grüne Umfeld der Kirche. Aus zwei schon stark angeschlagenen Bäumen werden acht Bäume. Bäume, die keine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellen und Bäume, die den urbanen Klimabedingungen der Stadt angepasst werden. Dabei helfen die neu platzierten Bäume den Raum zu gliedern und besonders im Süden den platzartigen Charakter des Kirchhofes deutlicher werden zu lassen.

Schon durch diese neue Grünordnung erhöht sich die Aufenthaltsqualität im Freibereich um die Pfarrkirche enorm. Flankiert werden diese Bemühungen durch Sitzgelegenheiten, die um die Kirche angeordnet werden. Drei unterschiedlich lange Sitzleisten erfüllen diese Aufgabe. Die Sitzelemente werden teilweise mit Holzsitzauflagen versehen.

 

5. WC für Kirchenbesucher und kirchliche Veranstaltungen

Nicht erst Corona hat uns gezeigt, wie wichtig zeitgemäße und barrierefreie WC-Anlagen für die Besucher der Kirche und für alle kirchlichen Veranstaltungen rund um die Kirche sind. Die Veranstaltungen der Kindertagesstätten (z.B. St. Martin, St. Elisabeth) aber auch das Pfarrfest können da genannt werden. Über kurze Wege und selbstverständlich barrierefrei ist die WC-Anlage in der alten Pfarrremise von der Kirche aus erreichbar.

 

Natürlich gibt es einen (kippbaren) Wickeltisch, der für Mann und Frau zugänglich ist. Auch für unsere, auf den Rollstuhl angewiesenen Mitchristen, wird eine passende Toilette geschaffen. Im Putzraum wird die gesamte neue Elektroverteilung für die WC-Anlage aber auch für die gesamte Außenbeleuchtung und deren Steuerung untergebracht.

 

Kosten und Finanzierung

 

Die Gesamtkosten belaufen sich auf vorläufig 1.040.000 Euro. Davon entfallen 911.000 € auf die Neugestaltung des Kirchenumfelds incl. der Treppenanlagen und 129.000 € auf die WC-Anlage. Dank der Mithilfe der Stadt Dingolfing können wir für die neue Platzgestaltung Mittel aus dem Bund/Länderprogramm der Städtebauförderung erschließen. Bei der Kirchenstiftung verbleiben damit der vorgeschriebene Eigenanteil in Höhe von 15 % (aus 911.000 €) und die Kosten für die WC-Anlage, somit insgesamt 265.650 €. Die Diözese Regensburg unterstützt diesen Eigenanteil der Kirchenstiftung wiederum mit 50 %, sodass im Ergebnis von der Kirchenstiftung ein Aufwand in Höhe von knapp 133.000 € zu tragen ist.

 

Aus der Städtebauförderung erschließen wir einen Betrag von vorläufig 774.559 €, von denen die Stadt Dingolfing rund 385.000 € trägt. Damit unterstützt die Stadt Dingolfing die Bemühungen der Kirchenstiftung St. Johannes zur Erschließung überörtlicher Förderprogramme.

 

Zeitplan

 

Mittlerweile liegen uns alle Genehmigungen für die Maßnahmen vor. Es sind dies die Baugenehmigung für den Einbau der WC-Anlage, eine denkmalrechtliche Erlaubnis nach den Bayerischen Denkmalschutzgesetz und eine Erlaubnis der Bodendenkmalpflege für die notwendigen Grabungsarbeiten in diesem besonders bedeutenden Areal um die Pfarrkirche und die Förderbewilligung der Regierung von Niederbayern, der eine Bauvereinbarung mit der Stadt Dingolfing zugrunde liegt. Neben diesen staatlichen Genehmigungen haben wir nun auch die Genehmigung der Stiftungsaufsicht der Diözese Regensburg, die auch deren Förderzusage enthält.

 

Damit konnten jetzt auch belastbare Zeitpläne entwickelt werden, die auch bereits von der Kirchenverwaltung beschlossen sind. Die Arbeiten beginnen mit der WC-Anlage bereits am 8. November 2021. Bis Mitte Februar 2022 sollen die neuen Toiletten fertig gestellt werden. Die Freiflächengestaltung beginnt dann nach den großen Festen des kirchlichen Jahreskreises (Ostern, Pfingsten und Fronleichnam) ab dem 27. Juni 2022. So kann dann dieses Vorhaben mit der Neupflanzung der Bäume im Oktober 2022 abgeschlossen werden.

 

Wir freuen uns darauf!

Orgelsanierung

Am Montag, den 5. Oktober 2020 haben die Arbeiten an unserer wertvollen Orgel begonnen. Gut zwei Monate müssen wir auf die Begleitung der Gottesdienste durch die altehrwürdige Steinmeyer-Orgel verzichten. Der Staub der vergangenen Jahre muss beseitigt werden und Abnutzungserscheinungen der letzten Jahrzehnte sind zu reparieren. Ausführlich werden wir Sie demnächst durch eine kleine Plakatwand an der Baustellenabsperrung informieren. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird die Orgel wieder zur musikalischen Bereicherung unserer Gottesdienste beitragen können. Sicher sind wir auch, dass wir mit der Fa. Jann, Orgelbau, eine sehr erfahrene Fachfirma mit den Arbeiten beauftragen konnten. Rund 90.000 Euro wendet die Kirchenstiftung dafür insgesamt auf. Die Stadt Dingolfing und die Diözese Regensburg beteiligen sich an den zu erwartenden Kosten.